Montag, 12. August 2019

Verstecktes DAF-Lager im Wald an der Regensburger Straße

Stadtauswärts rechts an der Regensburger Straße, hinter dem Clubgelände, da wo beiderseits schon der Wald beginnt und Autos 100 fahren dürfen, führen zwei Wegw und eine Einfahrt zu einem Gesamtensemble, das teilweise in Besitz der Stadt Nürnberg und teilweise dem Staatlichen Siedlungswerk Bayern gehört. Ein Stück weiter auswärts wurde vor einiger Zeit Wald (kein Bannwald) gerodet und neben einem Mc-Donalds-Drive-In eine Ansammlung Autohändler hingeklotzt.

Im Jahr 1939 ließ Albert Speer Gebäude als Wohnungen für die Arbeiter errichten, die das Reichsparteitagsgelände verwirklichen sollten. Es besteht aus drei Teilen: zum einen das ehemalige Lager I mit einem Hauptgebäude und sieben verbundenen Nebengebäuden. Es wird heute als Seniorenwohnheim genutzt: das August-Meier-Heim (benannt nach dem SPD-Politiker, der das KZ Dachau überlebte). Der westlichste Teil besteht aus vier Reihenhauszeilen, die früher Angestelltenwohnungen und Dienstgebäude der Arbeiterunterkünfte waren, und die östlichen Zeilen (das frühere Lager II) darf seit 1981 teilweise das "Olaf-Ritzmann-Kollektiv", eine linke WG, bewirtschaften, zum anderen ist dort eine Kindertagesstätte sowie eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

In der Diskussion steht seit einiger Zeit der Teil, der in Besitz des Staatlichen Siedlungswerks Bayern steht. Das betrifft im wesentlichen das Waldstück zwischen Hans-Kalb-Straße Regensburger Straße und dem Heim. 600 Wohneinheiten sollen entstehen  Zwei der vier o.g. Reihenhauszeilen gehören zu dem Grundstück (die anderen beiden stehen auf städtischem Grund). Da alles unter Denkmalschutz steht (allerdings in keinem guten Zustand), müssen die zwei Zeilen ins Konzept mit einbezogen werden. Die Planungen schleppen sich dahin. Die Abholzung wurde immer wieder verschoben. Aus forstrechtlicher Sicht ist das Gebiet zwar ein Wald, aber baurechtlich nur pflanzlicher Bewuchs auf Bauland.

Weiterhin gab es Pläne der Stadt, das August-Meier-Heim zu verkaufen und dann für Wohnungen sanieren zu lassen. Mittlerweile soll aber auf dem Gelände ein Ersatzneubau für Senioren entstehen.Was das für die älteren denkmalgeschützte Ensemble bedeutet, ist unklar. Für die östlichen Gebäude ist (noch) gar nichts geplant. Auf dem Gewerbeteil will IKEA einen Standort errichten (im wesentlichen an Stelle der BMW-Niederlassung). Die Planungen sind ein ständiges Hin-und-her. Zur Zeit sieht es so aus, als wenn ein kleineres Möbelhaus plus Logistikzentrum auf 73.000 qm geplant ist.

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Ecke Hans-Kalb-Straße - das zu rodende Waldstück

im Frühjahr

Hans-Kalb-Straße - der S-Bahnhof Frankenstadion in Sichtweite

Der Wald von Süden

über eine kleine ungeteerte Zufahrt ...

sind die westlichen kleinen Häuserzeilen im Wald erreichbar

zwei werden privat bewohnt




ein Zaun zeigt die Grenze zwischen dem städtischen Grund und dem des Siedlungwerkes - zwei Zeilen gehören der Stadt

der Siegerentwurf
(Visualisierung: Behles & Jochimsen, Berlin)


eine größere Zufahrt weiter östlich

Eingang zum August-Meier-Heim




Parkcafé im großen Haupthaus






eine Parallelstraße zur Regenburger Straße führt zum hinteren Teil


Endhaltestelle der Buslinie 44

Zufahrt zum gemischt genutzten Areal

der Diakonie-Teil hinten ...




... das Olaf-Ritzmann-Künstlerkollektiv vorne






Der Gewerbeteil







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