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Freitag, 4. Oktober 2019

Der Augustinerhof - letzter Akt

Die Bebauung einer der attraktivsten Flächen der Altstadt, zwischen Augustinerstraße, Karlstraße und Winklerstraße gelegen, konnte nach Jahrzehnten als Brachfläche zu einem halbwegs guten Ende gebracht werden. Im Internet lassen sich genug Webseiten finden, die das ganze Drama dokumentieren. Es gab sicher nachvollziehbare Gründe, für die Vorgehensweise aller beteiligten Akteure, aber peinlich bis enstirnig war es dennoch. Die Altstadtfreunde zogen für ihren Pyrrhussieg einst die emotionale Karte und trieben durch einen Bürgerentscheid 1996 den ersten Investor Aboussaidy in den Ruin. Die Befürworter hingegen waren offenbar lange Zeit unfähig, einen Konsensentwurf zu entwickeln. Das Gebäude gehört nun der Bank. Eine Zwangsversteigerung 2001 torpedierten die Anwohner.

Das zweiten Akt des Dramas begann 2008, als Gerd Schmelzers Alpha-Gruppe das Areal übernahm. Nach der langen Kunstpause oder besser gesagt Dornröschenschlaf wurde die Altlasten abgerissen. Nun stemmte sich ein Nachbar jahrelang bockig gegen weitere Baupläne. Kleinteiliges Gezanke u.a. um 50 Zentimeter Traufhöhen und Fenstergrößen gingen bis vors Gericht. (siehe hierzu auf Nordbayern.de). Helmut Bühl als Nachbar) und Schmelzer(als Eigentümer) konnten sich erst nach Jahren endlich einigen. Ende 2017 konnte mit der Bebauung begonnen werde. Das Deutsche Museum München wird dort eine Nürnberger Zweigstelle errichten, mit dem Schwerpunkt auf Zukunftstechnologien und Innovationen. Für Ende 2020 ist die Eröffnung geplant.

Zur Geschichte: Ab 1265 stand auf der Fläche das Augustinerkloster, das nach der Reformation aufgelöst wurde. Die Stadt nutzte die allmählich verfallenden Gebäude verschiedentlich, bis sie 1872 abgerissen wurden. Auf der heutigen Brachfläche entstand die Druckerei Willmy, die sich 1973 vn diesem Standort verabschiedete. Der Bürgerentscheid brachte 1996 den Entwurf von Helmut Jahn zu Fall. 2008 wurden die maroden Gebäude abgerissen, da der Entwurf von Volker Staab Anlass zu neuer Hoffnung gab. Aus o.g. Gründen wurde die Fläche bis Ende 2017 als Parkplatz "missbraucht".

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Die Situation an der südlichen Augustinerstraße Ecke Karlstraße 2008 bis Ende 2017

Blick entlang der südlichen Augustinerstraße



Einfahrt zum Parkplatz an der Karlstraße

am Fluss

blinde Wände, die Anschluss suchen


der enge Zugang an der Winklerstraße

ein bisschen Kunst sorgte für Aufwertung des Parkplatzes



Ein Schild am Parkhaus nördlich der Augustinerstraße zeugt vom ehemaligen Kloster

Ende 2017 war dann Schluss mit Parken


auf dem ehemaligen Parkhäuschen sah man schon, was kommen sollte

und zwar das (Bild: Alpha-Gruppe)

bis hier um die Ecke an der südlichen Augustinerstraße soll der Bau direkt an diese blanke Hausfront anschließen



aus der Perspektive Hauptmarkt via Tuchgasse soll das Ergebnis so aussehen (Bild: Alpha-Gruppe) - eine verbreiterte Front war also nötig

daher wurde auch das Haus rechts im Bild abgerissen

rechts: die Rückseite

und nach dem Abriss


dann musste erstmal ein Archäologentrupp anrücken, um die historischen Fundamente, die man im Aushub gefunden hat, zu untersuchen - das Risiko jedes Bauherrn in der Altstadt


Frühjahr 2018




Juni 2018



Ende  2018


Januar 2019


Mai 2019

Juli 2019

November 2019




an der Winklerstraße

März 2020



zum nördlicher Innenhof an der Karlstraße



Juni 2020